Mottohochzeit für Mittelalterfans

Von der Minne zur Vermählung

Es klingt ein wenig altertümlich, das Wort „Vermählung“, aber genau das ist beabsichtigt, wenn es um die Hochzeit im Mittelalterstil geht. Da sollte alles stimmen – von der Einladung über das passende Ambiente bis zu den Hochzeitsbräuchen. Der Aufwand lohnt sich, denn statt sich in steife Buffetschlangen einzureihen, erheben die Hochzeitsgäste ihre Trinkbecher an rustikalen Holztischen und holen sich zum Beispiel ein Stück vom Spanferkel direkt am Feuer ab.

Mottohochzeit für Mittelalterfans

Walhalla oder Wiese?

Das Non-Plus-Ultra ist natürlich die passende Location: Soll es idealerweise eine Burg oder ein Schloss sein, muss die Suche frühzeitig beginnen, denn die sind oft lange vorher schon ausgebucht. Als Alternative können auch Ritterzelte im Garten für das passende Umfeld sorgen. Für die Ausstattung eignen sich Felle, Schilder, Wappen, alte Truhen, Rüstungen, Fackeln, Laternen und vieles mehr. Wer das nicht auf Lager hat, kann Zelt, Dekoartikel und passende Gewänder auch mieten.

Figur und Gewandung

Beim Hochzeitsgewand hat die Braut die freie Wahl: Es kann, muss aber nicht, weiß sein. Im 15. Jahrhundert bevorzugten die Frauen Rot- und Blautöne, reichlich verziert mit Perlen, Borten und Spitzen. Satin, Taft und Brokat sind die bevorzugten Stoffe, zu denen immer auch die entsprechenden Taschen, Gürtel und Bänder gehören. Einen ganz besonderen Charme hat der mittelalterliche Schmuck. Zu Armreifen, Ringen und Amuletten kommen Besonderheiten wie die Tiara, ein Stirnschmuck, Gewandnadeln oder die Bartperle für den Edelmann.
Dieser trägt Waffenrock, Cotte oder Tunika und darüber ein mittelalterliches Herrencape mit Kapuze. Selbstverständlich steht es den männlichen Gästen auch frei, als Magier, Wikinger, Ritter oder Recke zu erscheinen, während die Damen beispielweise in die Rolle des Burgfräuleins, der Edeldame, Elfe oder Kräuterhexe schlüpfen. Passende Gewandungen werden nach Maß geschneidert, sind aber auch in vielen Onlineshops in vielfältigen Ausführungen zu finden.

Musik, Show und Brauchtum

Ein mittelalterliches Hochzeitsfest bietet spektakuläre Unterhaltung. Während sich Gaukler und Jongleure am Nachmittag unter die Gäste mischen, sorgen ein Ritterturnier, Feuerschlucker oder eine Gewandungsschau für eine spannende Vorführung. Selbst bei der Musik reicht die Bandbreite von Mittelalter Folk und Spielmannskunst bis zum barocken Renaissance-Konzert. Das alles darf durchaus in bunter Mischung mit moderner Folklore daherkommen.
Das Wichtigste einer jeden Hochzeitsfeier, auch des Mittelalters, sind die typischen Hochzeitsbräuche. Das beginnt mit der heute noch üblichen Brautübergabe durch den Brautvater, dem das Brotbrechen folgt und endet mit den Wunschbändern, die von den Gästen an den Lebensbaum gebunden oder gehängt werden und dem Brautpaar einen Segen spenden.

 

Ein Beitrag von P. Katharina Thölken, Autorin und Texterin. www.atemwort.de

Hinterlasse einen Kommentar

*