Expertentipp mit Storytelling?

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Expertentipp mit Storytelling? Geht das denn, fragt sich so mancher. Ich gebe einen Tipp doch einfach nur, indem ich sage: Mach es so und so, dann bekommst du das und das Ergebnis. Sicher, so läuft es meistens im Alltag und solange der Tipp gerade mal ein bis zwei Sätze umfasst, ist das auch völlig okay.

 

Ein Tipp kommt oft nicht als ausgesprochener Ratschlag daher

Aber sehr oft läuft es auch im Alltag anders. Nur nehmen wir es meistens nicht bewusst wahr. Denn da  erwischen wir Nachbar Mike mit dem Heißluftföhn in seiner Garage und fragen neugierig, was er denn da macht. Und er antwortet, dass er es leid ist, mit den Aufklebern von Hells Angels auf seinem Motorrad herumzufahren und diese endlich entfernen will, bevor er noch öfter darauf angesprochen wird. Wir schauen zu, wie er geduldig die Aufkleber mit heißer Luft bearbeitet und sie dann ganz vorsichtig löst, während er erzählt, wie er vor zwei Tagen von einem vorbeigehenden Fußgänger wegen des Aufklebers regelrecht angegriffen wurde.

Und weil wir die Methode nicht kannten und fasziniert von dem Ergebnis sind, speichern wir es als neue Erkenntnis ab. Und zwar dauerhaft, denn wir haben es nicht einfach nur gesagt bekommen, sondern selbst erlebt.

Sinnliche Erfahrungen helfen beim Abspeichern des Expertentipps

Je mehr Sinne bei einer neuen Erfahrung beteiligt sind, umso besser bleibt sie Erinnerung. Hier bei Nachbar Mike ist es nicht nur das Zuschauen, sondern auch das Fühlen der heißen Luft und des glatten Lacks beim anschließenden Drüberstreichen mit dem Finger, vielleicht sogar noch der Geruch, der beim Föhnen entsteht und nicht zu vergessen die Geschichte, die wir dazu gehört haben. Wenn die Erfahrung darüber hinaus noch unserem Wertesystem voll und ganz entspricht, weil wir der Überzeugung sind, dass der Einsatz von  chemischen Mitteln unserer Umwelt schadet, dann werden wir es sicher in Zukunft nicht nur selbst so machen, sondern auch anderen davon erzählen, d. h. die Methode oder den Nachbarn als Experten in Sachen Motorradpflege empfehlen.

Und das ist natürlich genau das, was wir uns als Unternehmer wünschen: Empfohlen werden. Nur haben wir als Unternehmer-Experten meist nicht die Möglichkeit, unsere Kunden auf die gleiche Weise zu erreichen wie Nachbar Mike, daher schreiben wir sie an oder geben einen guten Expertentipp in Form eines Tippi-Buches weiter.

Tipp mit Storytelling

Der Biss in die Zitrone

Damit aber unser Tipp in dieser schriftlichen Form dem Erlebnis mit Nachbar Mike möglichst nahe kommt, setzen wir Storytelling ein. Wie machtvoll und wirksam das Instrument Storytelling ist, wird vor allen Dingen deutlich, wenn wir uns die Untersuchungen zur Wirkung von Visualisierungen anschauen. Forscher haben die chemischen Reaktionen des Körpers auf vorgestellte Handlungen untersucht und dabei festgestellt, dass diese fast identisch sind mit den Reaktionen auf die tatsächlich durchgeführte Handlung. Das entspricht unserer Alltagserfahrung, denn wenn wir uns nur vorstellen, in eine Zitrone zu beißen, beginnt bereits der Speichelfluss. Der Biss in die Zitrone muss also gar nicht unbedingt real vollzogen werden, um diese chemische Reaktion auszulösen.

Storytelling ist Leben pur

Erzählen wir also eine Geschichte, in der es einen Helden (oder Antihelden) gibt, erleben wir seine Erfahrungen fast exakt so als würden wir sie selbst machen. Denn wir können es mit unserem inneren Auge sehen – im Unterschied zu abstrakten Anleitungen. Wir leiden und freuen uns mit, erinnern uns an seine Erlebnisse und können seine Erkenntnisse daraus als unsere eigenen abspeichern. Je besser wir erzählen, umso lebendiger bleibt die Erinnerung.

Aus diesem Grunde versuchen wir vom atemwort verlag, wenn irgend möglich, in Tippi-Büchern mit Storytelling zu arbeiten und haben dafür professionelle Texter und Autorinnen im Boot, die den Expertentipp des Unternehmer-Autors entsprechend formulieren. Denn Unterhaltung statt Langeweile ist auch bei Ratgebern ein hohes Gebot.

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