Unpassende Kinderwünsche

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und wie Eltern damit umgehen können

Gestern  war ich mit Paul, meinem Tageskind, auf dem Spielplatz, wo wir einen seiner Freunde und dessen Familie trafen. Marvins Mutter habe ich schon oft auf dem Spielplatz beobachtet. Sie gehört zu den Müttern, die alle paar Minuten ihren Sohn ermahnen und irgendwas verbieten, aber selten sich die Mühe machen, die Konsequenzen zu ziehen, wenn Marvin Verbote nicht einhält. Manchmal schreit Marvins Mutter dann nur noch mehr. Irgendwann während die Kinder herumkletterten, wurde mir langweilig und ich holte mein Handy aus der Tasche und spielte Tetris – dieses auch nicht gerade mit Spannung gesegnete Bauklötzchenspiel. Paul und sein Freund kamen kurz darauf angerannt und wollten nun auch spielen. Natürlich finde ich es nicht toll, wenn Kinder auf dem Handy spielen, und dann auch noch draußen, wo sie eigentlich herumtollen sollten. Was tun?

Ja oder nein?

Nein sagen und die Kinder wieder wegschicken  ist einfach. Aber das entspricht nicht meiner Vorstellung von einem respektvollen Umgang mit Kindern. Ich versuche, wenn möglich ihre Wünsche ernst zu nehmen und ihnen das auch zu zeigen. Ich weiß, dass das Spiel viel zu schwierig für beide ist, sie sind vier und fünf Jahre alt. Gerade darum aber entschloss ich mich, Paul das Handy zu geben, damit er es ausprobieren kann, wohl wissend, dass der Durchgang in kürzester Zeit beendet sein würde. Er hatte Spaß, die Klötzchen fallen zu sehen und sie ein bisschen zu bewegen – egal wohin.

Wie die Mutter des Freundes reagierte

Marvins Mutter allerdings sah nur aus der Entfernung Paul mit dem Handy in der Hand und ihren Sohn interessiert zuschauend und pfiff ihn sofort in aller Schärfe zurück, mit Worten, die garantiert mehr mir als ihm galten. Sie ordnete überaus demonstrativ an, dass sie weiter spazierengehen würden. Marvin zog also enttäuscht von dannen, Paul hatte seinen Durchgang inzwischen beendet (es hatte keine drei Minuten gedauert), das Display zeigte nur noch eine Schrift auf schwarzem Hintergrund an und damit war’s gut. Er rannte ebenfalls wieder los. Schade, sein Freund war allerdings jetzt weg.

Was andere Eltern denken

Was andere Eltern denken, ist oft das viel größere Problem bei Entscheidungen, die die eigenen Kinder betreffen. Wir haben Angst, als schlechte Eltern (oder Tageseltern) dazustehen oder das Gefühl, uns rechtfertigen zu müssen. Missbilligende Blicke, Eltern, die lauthals kundtun, was ihrer Meinung nach jetzt vonnöten wäre oder  nicht nur das eigene, sondern auch dein Kind ermahnen und andere Reaktionen können zutiefst verunsichern. Und wir brauchen oft viel Mut, um unsere Grundsätze und Entscheidungen vor anderen durchzuziehen.

Meistens hilft es allerdings, aufeinander zuzugehen und, wie in meinem Fall, einfach mal das Gespräch zu suchen und sich auszutauschen. Viel Unverständnis, Ärger und Missbilligung kann so vermieden werden.

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